Horses · 6 Lesezeit in einer Minute

Das reinrassige spanische Pferd und warum es die Seele Andalusiens ist

Eine Rasse, die seit 1476 von Mönchen erhalten wurde. Die heute mehr als zehn Pferde des Cortijo sind direkte Nachkommen jener Kartäuserlinien.

Von Antonio Sánchez·20. April 2026
Caballo cartujano al galope

Wenn ein Besucher nach der Show die Ställe betritt, ist das Erste, was er sagt, nicht etwa „Wie schön!“, sondern: „Man darf sie streicheln!“ Und das stimmt. Das reinrassige spanische Pferd – in seiner begehrtesten Variante el cartujano – zählt zu den harmonischsten Pferden der Welt. Kein Zufall: Es wird seit über fünf Jahrhunderten genau darauf gezüchtet.

Ursprung im Jahr 1476

Im Jahr 1476 begannen die Kartäusermönche von Jerez de la Frontera systematisch Pferde zu züchten und wählten dabei die edelsten, ausgeglichensten und gehorsamsten Tiere aus. Sie wünschten sich ein Pferd, das für die Feldarbeit, für Ausritte in der spanischen Landschaft und, wenn es die Zeit erforderte, auch für den Krieg geeignet war. Doch was sie schufen, war etwas anderes: ein Pferd, das tanzen konnte.

Doma de Alta Escuela
Doma de Alta Escuela

Jahrhundertelang wetteiferten europäische Könige um den Erwerb eines Kartäuserpferdes. Philipp II. sandte Exemplare an die Höfe des halben Kontinents. Die Pferde in Velázquez’ Gemälden sind fast ausnahmslos spanischer Herkunft. Die Spanische Hofreitschule in Wien – und natürlich die Königlich-Andalusische Reitschule in Jerez de la Frontera mit ihrer Show „Wie die andalusischen Pferde tanzen“ – die renommierteste der Welt – arbeitet noch heute mit direkten Nachkommen dieser Pferde.

Die Pferde des Bauernhauses

Wir haben Dutzende Pferde, die aktuell auftreten, und ebenso viele im Training. Jedes hat seinen eigenen Namen, Charakter und seine eigene Rolle in der Show. Einige zeigen Dressur auf hohem Niveau. Andere beherrschen Vaquera-Dressur, wie zum Beispiel die Garrocha-Nummer, das Viehtreiben wie die Kobra oder Tanzdarbietungen zu Flamencotänzerinnen.

"Ein Pferd lässt sich nicht mit Gewalt zähmen. Es wird mit Zeit, Geduld und Liebe gezähmt. Wenn man es zwingt, bricht man es."

— Antonio Sánchez

Kostenloser Besuch im Stall

Nach der Show öffnen wir die Tore. Sie können die Ställe betreten, die Pferde streicheln, Fotos machen und den Reitern Fragen stellen. Es gibt keine Zeitbegrenzung. Das ist es, was die Besucher am meisten genießen, und es bringt uns auch am nächsten an unsere Gäste heran.

Die Optionen „Pferdeshow“ und „Pferde + Abendessen + Flamenco“ beinhalten eine Tour auf eigene Faust. Der Bustransfer von der Küste ist ebenfalls inbegriffen.
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